Leserbriefantwort vom 7.12.2018 zu Thema „Politikverdrossenheit“

Gegner des Flugfeldklinikums in Böblingen geben keine Ruhe

Klinikumgegner sollten langsam merken, dass sie ein „totes Perd reiten“

Politikverdrossenheit hat Gründe, so der Schreiber dieses L-Briefes aus Sindelfingen, Krz vom 7.12.2018. Er gab sich große Mühe dem Abwenden von Politik das Wort zu reden und damit  großen Raum zu geben. Er nimmt Bezug auf das „Projekt gegen Politikverdrossenheit“ der Stadt Holzgerlingen.

 Dazu benutzt er Unterstellungen, Vermutungen und Verdächtigungen, um Politikverdrossenheit zu rechtfertigen.  Um es vorwegzunehmen, ich finde das Anliegen Holzgerlingens stark. Böblingen tut sich da leider schwer. Die schwache Wahlbeteiligungen, das meint der Schreiber ja, mit den Behauptungen zum Unmut zur Politik, ist ganz einfach eine Schande für mündige Demokraten, in Anbetracht dessen, dass in anderen Kulturkreisen Wahlen von „oben“ behindert oder manipuliert werden. Sei‘s drum, er benutzt die „Politikverdrossenheit“ als Vehikel für seinen Frust gegen den Standort des Flugfeldklinikums. Zwischen seinen Zeilen steht die Ablehnung gegen ein Großklinikum. Abgesehen davon, dass beides sehr unterschiedlich zu bewerten wäre, ist er sich nicht zu schade den zuständigen Mitgliedern der Entscheidungsgremien (Kreisräte, Gemeinderäte) Unfähigkeit zu unterstellen. Er behauptet einfach, in Fraktionen wurde wahrscheinlich“ Zwang für die Zustimmung zum Klinikum oder deren Standort ausgeübt. Zur Richtigstellung sei aber erwähnt, dass über einige Jahre um das Klinikum und den Standort gerungen wurde. Alternativen wurden diskutiert und wieder verworfen. In den Diskussionen war es nie langweilig. Niemand wurde bedroht oder musste Repressalien wegen seiner „anderen“ Meinung befürchten. In einer Demokratie bestimmen Mehrheiten. Das gilt auch für das Flugfeldklinikum. Um es flapsig auszudrücken, die Gegner sollten langsam merken, „dass sie ein totes Pferd reiten“. Solange wir die parlamentarische Demokratie unterstützen, sollten wir das Wahlrecht in Anspruch nehmen, dazu gehört auch die Information als „Holschuld“. Das ist unsere Stärke zur Entscheidungs- und Wahrheitsfindung.  Wir müssen sie nur wollen.

Wolfgang Hensel, SPD-Stadtrat Böblingen