Bezahlbar wohnen in Böblingen (derzeit knapp über 50 000EW)

Zieht man die Bevölkerungszunahme der letzten Jahre zu Rate kommt man schnell auf eine EW-Zahl von 52 200 bis 54 350 Einwohner in Böblingen bis zum Jahr 2030 oder 2035. Alle wollen untergebracht und möglichst mit Annehmlichkeiten, die eine Stadt bieten kann, versorgt sein.

„Bezahlbarer Wohnraum“ ist zurzeit in aller Munde. Und natürlich ist dies auch in Böblingens Verwaltung, Gemeinderat und Ortschaftsrat Dagersheim  ein wichtiges Thema. Böblingen mit Dagersheim  wächst. Immer mehr Menschen wollen hier wohnen und arbeiten. Das ist Fakt, birgt aber auch Probleme. Neben den spürbaren Verkehrsbehinderungen mit dem allgegenwärtigen Individualverkehr, den Parkplätzen, Parkzeiten, Parkgebühren, Radwegen und weitere Themen, die ein Bevölkerungswachstum mit sich bringt, steht der Wohnraum weit oben. Insbesondere der bezahlbare Wohnraum für Bevölkerungsschichten, die nicht im Großverdiener – Segment profitieren können. Die Gründe, warum dies so ist, sind vielfältig. Wie sieht es nun bei uns aus?

Es gibt 330 Sozialwohnungen in Böblingen. Die Mietkosten der Sozialwohnungen liegen derzeit ca.15% (angestrebt 30%) unter dem Durchschnittsmietpreis, der aus dem hiesigen Mietspiegel ermittelt ist. Sozialwohnungen werden von der Stadt an Einwohner mit Wohnungsberechtigungsschein vergeben. Anspruch auf einen Wohnungsberechtigungsschein haben Personen bis zu einer Einkommensgrenze (Familieneinkommen)  von 53 000€ (brutto). Es gibt ein vorgeschriebenes Berechnungsverfahren. Verwaltet werden Sozialwohnungen von der Böblinger Baugesellschaft (BBG). Es gibt eine Warteliste von dauerhaft ca. 200 Berechtigten.

Die Zahl ist schwer zu beurteilen, weil Berechtigte sich mehrfach bewerben, auch an anderen Orten. An dieser Stelle darf angemerkt werden, wer aus der Einkommensgrenze hinauswächst, muss nicht befürchten seine geförderte Sozialwohnung zu verlieren. Der Gesetzgeber sieht nicht vor, dies fortwährend zu kontrollieren, geschweige zu sanktionieren. Die ehemalige Fehlbelegungsabgabe wurde abgeschafft. Wer also mit der Zeit z.B. 100 000€ Einkommen verfügt, braucht dies dem Vermieter der Sozialwohnung nicht zu melden. Er darf weiterhin in der günstigen Wohnung bleiben. Die Folge des unaufhaltsamen Bevölkerungswachstums ist neben vielen Notwendigkeiten der Zwang nach Beschaffung von Wohnbauflächen.

Eine der größten Herausforderungen ist dabei eine wirtschaftliche und umweltverträgliche Nutzung dieser Wohnbauflächen. Bauen, bauen, bauen, ist derzeitig wohl die wirkungsvollste Antwort auf den Wohnraummangel. Um dem zu begegnen muss ein Überhang an Wohnungen entstehen. In  unserer freien Marktwirtschaft folgt auch die Wohnraumansiedlung den Gesetzten von Angebot und Nachfrage.

Wie dies derzeitig umgesetzt wird, lässt sich leicht auf der Homepage der BBG und der Stadt verfolgen. Wohnraum wird derzeit an den verschiedensten Gebieten Böblingens und Dagersheims geplant und bereits verwirklicht.

An den beschriebenen Orten entsteht freifinanzierter und geförderter Wohnraum. Die Stadt und die BBG übernehmen Verantwortung für die Schaffung von geförderten und preisgünstigen Wohnraum.

Ihr
Wolfgang Hensel, SPD-Stadtrat