Böblingen entwickelt sich – hier das Flugfeld –

Herausfordernd für die ersten Siedler

Für das Sensapolis war der Anfang auf dem Flugfeld zäh – bis die Entwicklung Fahrt aufnahm. Von Kathrin Haasis, StZ

Die Autobahn hat Alexander Schreibeisen auf das Flugfeld gebracht: Der erste Kaufvertrag für ein Grundstück in dem neuerschlossenen Stadtteil ging an sein Unternehmen Sensapolis. Der Investor wählte einen Standort, der von der A 81 aus gut zu sehen war. Trotzdem haben sich viele Besucher auf dem Weg zu dem Indoor – Freizeitpark völlig verirrt. Die Navigationsgeräte kannten unsere Straße nicht, sagte Jürgen Schwarz. Überhaupt beschreibt der Geschäftsführer den Anfang sehr zäh und eine „unheimliche Herausforderung“ – so alleine auf dem weiten Flugfeld. Sensapolis wurde auf dem Flugfeld 2008 als erstes Unternehmen auf dem Areal eröffnet. Es ist toll, wie es sich seither entwickelt hat, findet Jürgen Schwarz. Am bundesweiten Tag des Städtebaus wird genau diese Entwicklung mit einem Vortrag und Rundfahrten gefeiert.

Wir haben viel Glück gehabt, sagt Corinna Clemens. Sindelfingens Baubürgermeisterin , die zuvor stellvertretende Geschäftsführerin des Zweckverbandes Flugfeld war, lobt die die Städtebauförderung für die Unterstützung des Projektes. Auch die gute konjunkturelle Lage hat ihrer Meinung nach den gemeinsamen Stadtteil von Sindelfingen und Böblingen vorangebracht, weil die Nachfrage nach Flächen für Wohnungen und Gewerbe ungebrochen hoch ist. Den Anschluss an die S-Bahn sieht die Baubürgermeisterin außerdem als entscheident an. „Es ist schon ein Erfolgsmodell§“, zieht sie Bilanz, weil aus der Brachfläche  genau das gemischte Quartier geworden sei, das ursprünglich geplant wurde „Und im Rückblick ist es richtig schnell gegangen“ sagt Corinna Clemens.

Fortsetzung folgt.

Schon ein Jahr nach Eröffnung von Sensapolis wurden die ersten Bewohner auf dem Flugfeld begrüßt. Mehr als 2700 Menschen wohnen dort mittlerweile. „ Es ist ein sehr lebendiger Stadtteil geworden. Laut den Tabellen auf der Internetseite des Zweckverbandes sind aktuell nur noch drei Grundstücke für Wohnungsbau und drei Gewerbeflächen zu haben. Die Flugfeldklinik beansprucht auch ein großes Stück zwischen Sensapolis und der Parkstadt. Lediglich die Seepromenade und die Fläche namens Campus direkt an der Autobahnausfahrt stehen noch zur Bebauung an. Im Jahr 2025 soll das Projekt abgeschlossen sein.
Jürgen Schwarz hat sich eine Zeitlang gefragt, ob ein anderes Grundstück nicht cleverer gewesen wäre.

Fortsetzung folgt

Das Gelände an der Wolfgang- Brumme- Allee, wo heute Harley Davidsons verkauft werden, war damals zum Beispiel auch zu haben. Dieser Standort wäre damals auf jeden Fall mit dem Navi leichter zu erreichen gewesen.  Am anderen Ende des Geländes ging es mit der Besiedelung schneller voran. „Aber das Flugfeld hat sich Schritt für Schritt schön in unsere Richtung entwickelt „, sagt der Geschäftsführer.  Schon mit dem Küchenhändler Plana als Nachbarn fühlten sich Jürgen Schwarz und seine Mitarbeiter nicht mehr so einsam. Abgesehen vom Standort musste das Unternehmen sich außerdem mit seinem bis dahin unbekannten Konzept in der Region etablieren. “ Es hat gedauert, bis die Böblinger und Sindelfinger das neue Freizeitangebot wahrgenommen und geschätzt haben“,  sagt Jürgen Schwarz. Für ihn brachte die Unterführung unter dem Böblinger Bahnhof vor zwei Jahren einen weiteren Durchbruch. Das von Juni an eine neue Buslinie das Flugfeld erschließt mit einer Haltestelle vor seiner Tür, freut ihn noch mehr. Am Ende hat sich die Wahl von Alexander Scheibeisen jedenfalls als richtig erwiesen. Laut einer Umfrage kennen die jährlich rund 200 000 Besucher den Indoorpark zu zwei Dritteln entweder aus dem Internet oder vom Vorbeifahren auf der A81.
Von der Autobahn gesehen  sticht kein anderes Gebäude derart aus dem Flugfeld heraus wie die riesige Halle.

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