Dumm und unverantwortlich gegenüber junger Generation „Leserbrief und Antwort“ vom 1.8.2016

Leserbrief vom Mi. dem 1.8.2016 (Kreiszeitung 1.8.2016, Seite 8)

Dumm und unverantwortlich gegenüber junger Generation

Zur Flugfeldklinik.
Das geplante Flugfeldklinikum ist eine
einmalige Gelegenheit,

geballte medizinische Kompetenz im Kreis Böblingen unter einem

Dach den Bürgern zu bieten. Bis zur Fertigstellung wird es wohl
noch einige Jahre dauern, so dass die jetzt „älteren Herren“,
von denen in der KREISZEITUNG berichtet wird, unter Umständen
nicht mehr davon profitieren. Für die nachfolgenden Generationen
im Kreis Böblingen bietet das Projekt allerdings eine noch
weitgehend ungeahnte Chance der medizinischen Versorgung auf
höchstem Niveau für alle! Es wäre dumm, und der jüngeren Generation
gegenüber unverantwortlich, dieses Projekt
durch altersstarre Wutbürger (siehe Foto KRZ vom 27. Juli) zu
Fall bringen zu lassen.
Dr. med. Gustav A. Kohle, Facharzt für psychotherapeutische Medizin, Ehningen

Antwort zum Leserbrief „Dumm und unverantwortlich
gegenüber junger Generation“
Kreiszeitung vom 1.8.2016, Seite 8

Herr Doktor aus Ehningen hat sich in einer, mal mehr und mal weniger,
herablassenden Art über Menschen geäußert,
die ihre Meinung über das Flugfeldklinikum
demokratisch geäußert haben, dass dies nicht
unwidersprochen bleiben darf.
Er schreibt selbst, dass er zur Gattung der
„psychotherapeutischen Medizin“ gehört. Hoffentlich
hat er beim Schreiben seines teilweise unschönen Briefes
nicht Patienten vor sich gesehen. Das würde mich ängstigen.
Er bezeichnet Andersdenkende in Sachen Flugfeldklinikum als
dumm in deren Argumentation. In seiner Ferndiagnose hat er
festgestellt, dass das die von der Presse als Wutbürger
genannten Teilnehmer einer Infoveranstaltung zum Flugfeldklinikum,
an „Altersstarre“ leiden. Er wagt einen Blick in die Zukunft und
vermutet, dass diese unverantwortlichen“ Mitbürger, unter Umständen
von einem neuen Klinikum nicht mehr profitieren. Was er da wohl meint?
Als täglicher Leser der Kreiszeitung habe ich verstanden, dass das Projekt
Flugfeldklinikum sehr demokratisch auf den Weg gebracht ist und von
niemanden mehr zu Fall gebracht wird. Ich hoffe sehr, dass nicht
alleine, die von ihm genannte, geballte medizinische Kompetenz
in das neue Klinikum einzieht, sondern auch Menschen mitkommen.

Wolfgang Hensel, Böblingen

„Tschüss, ich geh dann mal …“

Aus der Zeitung

Diese Beiträge erstellt und forgesetzt:
2.8.16
13.8.16
16.8.16
20.8.16

„Tschüss, ich geh dann mal …“ 2. August 2016

Wenn Polizistinnen und Polizisten zum Dienst
gehen,klingt das nicht anders, als wenn
andere Berufsgruppen aus dem Haus gehen –
und doch gibt es Unterschiede.

Klar, kein
Mensch kann sich sicher sein, dass sein Tag
„genau nach Plan“ verläuft und er am Abend
unbeschadet wieder bei seiner Familie sein
darf. Selbstverständlich bergen auch andere
Berufe bestimmte Gefahren. Auch jeder Pendler,
der in irgendeiner Form aktiv oder passiv am
Straßenverkehr teilnimmt, riskiert tagtäglich
dabei zu Schaden zu kommen. Sei es als
Führer eines Kraftfahrzeugs oder als Fußgänger
entlang einer vielbefahrenen Straße.
Grundsätzliche Gefahren lauern quasi überall
und für jeden zwischen Haus- und Bürotür.

Um viele Gefahren im Alltag wissen wir. Wir
werden durch Ausbilder oder durch erfahrene
Kollegen darauf aufmerksam gemacht, dass in
bestimmten Situationen Gefahren drohen können
und verhalten uns entsprechend vorsichtig.
Das ist im Polizeiberuf nicht anders,als in
einem herstellenden Betrieb beim Umgang mit
hochtechnisierten Maschinen. Entsprechende
Vorsicht ist immer geboten.Wir sind
konditioniert darauf, uns in Gefahrenzonen
entsprechend sensibel zu bewegen und verhalten
uns beispielsweise bei Blaulichtfahrten ganz
besonders umsichtig. Ein mögliches Fehlverhalten
anderer Verkehrsteilnehmer wird stets
mitberücksichtigt. Auch vor Personenkontrollen,
Festnahmen, Durchsuchungen schlagen unsere
Warnsensoren verlässlich an. Insbesondere wenn
die Anlässe es hergeben oder Mimik, Gestik und
Worte des polizeilichen Gegenübers eine
schärfere Gangart annehmen.

Unerwartete gemeine Gefahren ……
(hier geht’s in Kürze weiter)

Unerwartete gemeine Gefahren
13.August 2016

Manchmal lauern die größten Gefahren
im Polizeiberuf gerade dort, wo man
sie nicht erwartet. Wenn das polizeiliche
Gegenüber absichtlich und geschicktüber
seine wahren Absichten hinwegtäuscht.
‚Wenn der Polizist und die Polizistin als
Vertreter der Obrigkeit gezielt oder
vollkommen willkürlich zum Blitzableiter
für angestaute Wut bestimmt werden.
Wenn Heimtücke im Spiel ist, die
Ordnungshüter von einer völlig anderen,
meist harmlosen Sachlage ausgehen,
dann aber völlig unerwartet, praktisch
aus dem Nichts, eine lebensbedrohliche
Situation über sie hereinbricht.
Diese einseitig absichtlich herbeigeführten
gemeinen Gefahren, sind das Besondere,
was die Gefahren des Polizeiberufs von
den berufsbedingten Risiken anderer
Arbeitnehmer unterscheidet.

Wird fortgesetzt………..

Fortsetzung vom 13.8.2016
heute: 16.8.2016

 

Unter den Eindrücken der letzten Schusswaffengebräuche
Ende Mai in
Filderstadt und Anfang Juli in Stuttgart
sowie einer unmittelbar darauf
geschehenen
Bedrohungslage in der Landeshauptstadt,
ist es vielleicht
gerade jetzt an der Zeit, sich einmal
mehr vor Augen zu führen, mit
welcher besonderen
Dynamik solche unvorhersehbaren Gefahrensitua-

tionen in der Vergangenheit schon entstanden sind.

Tödliche versteckte Waffe
Am 8. August 1989 wurden auf der Gaisburger Brücke
in Stuttgart zwei Polizisten ermordet. Bei einer
Fahrscheinkontrolle in einer Straßenbahn
schlug ein Schwarzfahrer einem Kontrolleur
mehrere Zähne aus. Die Polizeifahndete nach dem
flüchtigen Gewalttäter. Kurz nach 9 Uhr wurde der
Gesuchte von einer Streife der Verkehrsüberwachung
auf der Gaisburger Brücke festgestellt. Die Beamten
Harald Poppe und Peter Quast erhielten von einer
weiteren Streifenwagenbesatzung Unterstützung und
sprachen den Mann an. Als dieser nicht reagierte sollte
der Schläger von zwischenzeitlich fünf Beamten
festgenommen werden. Im nächsten Moment schien es,
als stoße der mit einer aufgerollten Zeitung die
Polizisten weg. Die Zeitungsrolle enthielt aber ein
Bajonett, welches der 47-Jährige stets verdeckt mitführte.
Innerhalb von 15 Sekunden wurden drei Beamte verletzt. Polizeiobermeister Harald Poppe erhielt
einen Lungenstich, konnte aber noch einmal auf den
Täter schießen. Der verletzte Täter stach Polizeiobermeister
Peter Quast ins Herz. Der ebenfalls schwer verletzte
Jürgen Hähnlein feuerte dreimal auf den flüchtenden
Täter und traf ihn tödlich. Der damals 28-jährige
Quast starb noch am Tatort. Sein 27 Jahre alter Kollege
Poppe eine Stunde später im Krankenhaus. Die Beamten
Jürgen Hähnlein und Joachim L. wurden schwer,
ein weiterer Polizist leicht verletzt.

Fortsetzung vom 16.08.2016……….. heute am 20.08.2016

Ausnutzung von Arglosigkeit

Bei dem Polizistenmord von Holzminden wurden am
12. Oktober 1991 zwei Beamte der niedersächsischen
Polizei auf einem Waldparkplatz bei Boffzen erschossen.
Um 2:29 Uhr ging von der Notrufsäule eines Waldparkplatzes
ein Anruf bei der Polizei im nordrhein-westfälischen
Höxter ein: „Äh gut’n Tach, Meier mein Name.
Ich hab’n, äh, Wildunfall. Könnten Sie wohl jemanden
vorbeischicken? Keiner verletzt, is’ nur ein bisschen an
der Stoßstange.“ Für den Polizisten, der den Anruf entge-
gennahm, sah der Einsatz nach einer alltäglichen
Situation aus. Er entsandte die beiden Polizeiobermeister
Andreas Wilkending aus Holzminden und Jörg Lorkowski
aus Lüchtringen zu dem abgelegenen Parkplatz. Damit
endete der Kontakt zu den Beamten.
Rund eineinhalb Stunden nach dem letzten Funkkontakt
beorderte der besorgte Einsatzleiter einen weiteren
Streifenwagen zu dem Waldparkplatz. Die Streife entdeckte
dort zunächst keine Spuren der Kollegen. Stattdessen
fanden sie Blutspuren, Zahn- und Knochensplitter,
Gewebespuren und Patronenhülsen des Kalibers
7,62 × 51 mm. Gegen 10 Uhr des gleichen Tages
fand ein Jäger den Streifenwagen der
Ermordeten ausgebrannt und mit zahlreichen
Einschusslöchern auf dem Truppenübungsplatz Senne.
Die beiden Polizisten blieben verschwunden und eine
der größten Suchaktionen der deutschen
Nachkriegsgeschichte begann. Aus der Öffentlichkeit
ergaben sich Hinweise auf den Urheber des
aufgezeichneten Anrufs. Vier Tage nach dem
Verbrechen stürmte ein Spezialeinsatzkommando
ein Haus in Bredenborn im Kreis Höxter, in welchem
sich der damals 29-jährige Dietmar Jüschke und
seine beiden Brüder aufhielten.
Während Dietmar und der jüngste Bruder ohne
Probleme überwältigt wurden, versuchte Manfred
Jüschke sich das Leben zu nehmen, indem er
sich ein Jagdmesser zweimal in die Brust und ein
feststehendes Stiefelmesser zweimal in den Hals stach.
Etwa eine Woche nach der Tat legte Dietmar Jüschke ein
Geständnis ab. Die beiden Polizisten wurden von
ihm unmittelbar nach ihrer Ankunft auf dem
Parkplatz aus einer Entfernung von unter sieben
Metern mit 13 Schüssen aus einem G3-Sturmgewehr
ermordet und ihre Leichen in einem Waldstück vergraben.
Sie hinterließen jeweils eine Ehefrau und zwei Kinder.
Ihr Mörder wurde wenige Wochen zuvor wegen guter
Führung vorzeitig aus einer zehnmonatigen Haftstrafe
entlassen. Mit dem Verbrechen an zwei willkürlich an
den Tatort gelockten Polizisten wollte sich Jüschke
für die gegen ihn verhängte Haftstrafe rächen.

Wird fortgesetzt……………………………..